|
Titel
Deutsch von Michael Kellner Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar. 210 Seiten, geb. Erschienen June 2002
»Nächte in New York - Erotische Erinnerungen«
Diane di Prima »Was ist denn eigentlich aus all den Beatniks geworden?« Mit dieser Frage eröffnete Diane di Prima 1969 ihren Roman »Nächte in New York«. Gut 30 Jahre später müßte man fragend hinzufügen: Und was ist aus der Aufbruchstimmung der 60er Jahre geworden, aus dem Sommer der Liebe, aus der befreiten Sexualität, dem Anspruch, bewußt und selbstbestimmt mit dem eigenen Körper umzugehen? So viel ist in den Jahren seither darüber gesagt, reflektiert und geschrieben worden, daß die Anfänge, das Eigentliche darüber fast in Vergessenheit geraten sind. Um dieses Eigentliche geht es in Diane di Primas Buch.
Geschrieben wurde »Nächte in New York« für die legendäre Olympia Press in Paris, die auch Joyce und Henry Miller herausgebracht hatte, davon abgesehen aber ein Porno-Verlag war. »Mehr Sex« war die ständige Forderung des Verlegers, und den bekam er von di Prima. Die Ich-Erzählerin erwacht am Anfang des Buches in einem Bett, das gerade ihre Entjungferung gesehen hat, und von hier aus liebt sie sich neugierig und lebenshungrig durch New York, zu zweit, zu dritt, zu fünft, mit Freundinnen, Zelebritäten der Beatszene und völlig Unbekannten, in Hinterzimmern von Buchläden, auf dem Waldboden, auf ein paar Matratzen irgendwo in der Lower East Side. Sex ist (neben der Poesie) Teil eines großes »Plans«, die Welt zu entdecken, den Körper zu erkunden, die Welt mit dem Körper zu entdecken. Die dramatische Unmittelbarkeit, mit der di Prima diese Reise beschreibt, verbindet sich mit der zärtlich-ironischen Schilderung ihrer Erinnerungsbilder zu einen fulminanten erotischen Roman. "'Nächte in New York' zeigt, daß sich der Darstellung der Liebens und Begehrens sehr wohl Seele einhauchen lässt und nicht zu Masturbationsmunition verkommen muß ... Aus heutiger Sicht ist di Primas Buch aber vor allem dort interessant, wo es die Prüderie Anfang der 50er Jahre mit ihrer Schwulenfeindlichkeit einfängt sowie die Aufbruchsstimmung, die einsetzte, als 1956 Allen Ginsbergs 'Howl' die Bohemiens im Rindereintopfkochen innehalten ließ." Abendzeitung "Ein seltener Einblick in die Beat Generation ... aus der Sicht einer Frau." New York Times "Diane di Prima, eine revolutionäre Aktivistin der Beat-Literatur-Renaissance in den 60er Jahren, gewagt im Leben wie in der Lyrik: eine gelernte humorvolle Bohemienne, bürgerlich gebildet und eine Radikale des 20. Jahrhunderts. Eine große Dichterin." Allen Ginsberg "Die Beweisstärke des Werks von di Prima liegt in seinen Stimmungen und Empfindungen, die nicht gänzlich mit der Beat-Szene verschmolzen sind; jeder kann sich damit identifizieren." San Francisco Examiner » Leseprobe |
Autor Mehr zu diesem Buch |